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Für das diesjährige Sommerlager, das wie immer in der ersten Sommerferienwoche stattfand, schlossen sich die Pfadfinderstämme „Wolfsspur“ Langenbach und „Sankt Georg“ Freising zusammen. Ziel war das Ausland – das idyllische Tirol. Wir schlugen unser Lager in der Nähe von Kössen auf einer wunderschönen Bergwiese unterhalb des „Wilden Kaisers“ auf. Insgesamt waren wir 62 Kinder, Jugendliche und Betreuer.

Und nun ein kleiner Einblick in unsere wahrhaft erlebnisreiche Woche:

Tag 1 und Tag 2: „Das Wandern is des Müllers Lust“ ♫

Am Samstag brachen die einzelnen Gruppen aus Freising und Langenbach zu verschiedenen Zeiten auf, um zunächst mit dem Zug und dann in einer 2 Tages-Wanderung den Zeltplatz zu erreichen. Die Langenbacher Pfadfinder fuhren mit Bus und Bahn über Prien und Reit im Winkl nach Kössen. Von dort wanderten sie bei immer weniger werdendem Regen ca. 5 km durch die wunderschöne Landschaft. Die Schlafplatzsuche gestaltete sich sehr abenteuerlich, dennoch fanden sie schließlich einen gemähten Wiesenstreifen direkt an einem Bach und am Waldrand. Nachdem alle ihre Zelte aufgebaut hatten, gab es leckere Bratwürste. Schnell legten sich alle müde und erschöpft in ihre Schlafsäcke.

Am nächsten Morgen, nach einem ausgiebigem Frühstück, dem Abbauen der Zelte und dem Verstauen der Planen und des Materials in alle Rucksäcke, setzen sie ihren Weg fort. Da es nun richtig sonnig und warm war, wurde über Mittag an einem Gebirgsbach gepicknickt und jeder hatte die Möglichkeit, sich abzukühlen. Dann wurde die letzte Etappe zum Zeltplatz angetreten.

Tag 3: „If I had a hammer, i´d hammer in the morning, i´d hammer in the evening….“ ♫

Am Montag stand die Gestaltung des Lagerplatzes auf dem Programm. Neben den Gruppenzelten, musste das Küchenzelt, ein Sonnensegel, die Waschstelle, eine Dusche und natürlich der Donnerbalken errichtet werden. Außerdem wurden ein Saunazelt und ein Volleyballfeld aufgebaut. Auch eine große Feuerstelle, der Bannermast und Sitzgelegenheiten mussten gebuddelt, errichtet und gebaut werden.

Nacht von Tag 3 auf Tag 4: ♫ „HELP! I need somebody, HELP! Not just anybody, HELP! You know, I need someone, HELP!“ ♫

Hilfe war in der Tat notwendig. Nachdem sich alle müde und zufrieden in ihre Schlafsäcke begeben hatten, wurde die Ruhe jäh gestört und das beinahe im Minutentakt – ununterbrochen meldeten sich Kinder, die heftige Bauchschmerzen hatten, über Übelkeit klagten und sich erbrachen. Alle Leiter waren die ganze Nacht auf den Beinen, kochten Tee, machten Wärmflaschen, evakuierten Zelte und richteten ein „Lazarettzelt“ für alle Kranken ein. Auch ein Telefonanruf im örtlichen Krankenhaus brachte keine Entspannung der Lage.

Tag 4:„Meine Zeit, steht in Deinen Händen, nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in Dir“ ♫

Zwar erkrankten im Laufe des Tages auch noch 2 Leiter an dem Magen-Darm-Virus, dennoch entspannte sich die Lage im „Lazarettzelt“ immer mehr und die ersten Patienten konnten entlassen werden und wieder in ihre Zelte zurücksiedeln. Viele Liter Gemüsebrühe und Tee wurden an diesem Tag gekocht und die Küche übte sich im Zubereiten von Schonkost wie Reis mit Rüben oder Spätzle mit Soße. Am Nachmittag starteten die Jupfis aus Freising ein lustiges Spiel mit verschiedenen Posten und bis zum Abend waren fast alle wieder auf den Beinen.

Tag 5: „Wir lieben die Stürme die brausenden Wogen, der eiskalten Winde rauhes Gesicht… Ja wir sind Piraten und fahren zu Meere, wir fürchten nicht Tod und den Teufel dazu“ ♫

Die Langenbacher Jupfis, die alle wieder genesen und putzmunter waren, erfreuten alle Pfadfinder mit einem selbst ausgedachten Piratenspiel. Nachdem sich jeder ein Kopftuch gestalten durfte, ging es darum, sich verschiedene Teile einer Schatzkarte durch die Erledigung verschiedener Aufgaben zu verdienen. Geschicklichkeit, Zusammenhalt und kluge Taktiken waren hier gefragt. Schließlich war die Schatzkarte komplett und ein großer Schatz konnte gehoben werden – Marhmellows für alle!!!

Als es am Abend zu regnen begann, konnte noch niemand ahnen, wie sehr wir die Stürme und brausenden Wogen noch erleben würden…

Tag 6:„Weine nicht, wenn der Regen fällt, dam-dam, dam – dam“ ♫

Beim Aufstehen am Morgen erlebten alle eine nasse Überraschung. Das Küchenzelt stand als Insel inmitten eines großen Sees mit beachtlicher Tiefe. Es hatte die ganze Nacht hindurch geregnet und auch am Morgen war der Himmel noch wolkenbehangen. Deshalb entschloss man sich in das nahe gelegene Sankt Johann in das Hallenbad zu fahren. Dort konnten sich alle aufwärmen, duschen und von den Strapazen erholen. Die zahlreichen Rutschen, das Außenbecken mit Panoramablick und der Eiskiosk wurden von allen heftig genutzt. Schließlich begann auch die Sonne wieder zu scheinen und es wurde wieder sommerlich warm.

Tag 7:„Mit meinem Gott spring ich über Mauern…“ ♫

An diesem wunderschönen sonnig-warmem Tag wurden von den Leitern verschiedene Spiele über den Vormittag hinweg angeboten. So wurde die Zeit mit „Ball über die Schnur“, „Völkerball“, „Volleyball“ und Geschicklichkeitsspielen verbracht. Am Nachmittag sollten sich alle Gruppen einen Beitrag für den „Bunten Abend“ überlegen. Verschiedene Sketche, Liedbeiträge und Theaterstücke wurden eingeübt und geplant. Am Abend fand dann ein kleiner Lagergottesdienst statt und anschließend wurde gegrillt. Zu diesem kleinen Fest durften wir auch den Besitzer der Wiese mit seiner Familie begrüßen.

Nach dem Abendessen sollte es Zeit für den „Bunten Abend“ und die verschiedenen Auftritte sein, doch dies alles fiel buchstäblich ins Wasser…

 

Nacht von Tag 7 auf Tag 8: „We are holding back the FLOOD, learning how to dance the RAIN“ ♫

Ab ca. 21.30 Uhr regnete, stürmte und gewitterte es, soviel der Himmel hergab. Zuerst versuchte man, die Zelte trocken zu halten. Die Leiter schickten die Kinder mit beruhigenden Worten in ihre Zelte. Doch wenig später war klar, dass der Zeltplatz nicht mehr zu halten war, denn aus dem idyllischen Platz war ein reißender Fluss geworden, der sich von oben über den gesamten Zeltplatz schlängelte und in den schon bekannten Küchenzelt-See mündete. Es mussten umgehend Evakuierungsmaßnahmen ergriffen werden. So wurden die Kinder und Jugendlichen mit dem nötigsten Gepäck zum nahe gelegenen Bauernhof des Wiesenbesitzers gebracht, wo sie in dessen Garage Unterschlupf finden konnten. Das restliche Gepäck wurde eilends im Sprinter verstaut. So konnten fast alle diese Nacht trocken überstehen.

Tag 8: „Nehmt Abschied Brüder“ ♫

Am Morgen konnten wir bei warmem Sonnenschein die Aufräum- und Abbauarbeiten beginnen. Während die durchweichten Zelte in der Sonne trockneten, packte jeder seinen Rucksack und die Lagerbauten wurden aufgelöst. Nach dem Mittagessen traten alle die Heimreise mit dem Zug an und kamen glücklich, zufrieden, braungebrannt und trocken zu Hause an.

Es war wirklich ein erlebnisreiches und abenteuerliches Lager, das mit Sicherheit niemand so schnell vergessen wird.

 

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